Labels


Modemarken aus der Stadt

Collections, Labels

Danny Reinke verwandelt den me Collectors Room mit „Secret Desire“ in einen Garten Eden der Mode


Keine Kommentare

Mode ist Verführung. Danny Reinke hat aus diesem banal klingenden Satz ein tragfähiges Konzept gemacht – für seine erste Show im Rahmen der MBFWB. Der Absolvent der Fahmoda Hannover, der bei den vergangenen Fashion Finals im Sprengel Museum noch in der Jury saß, zeigte seine Casual-Couture-Kollektion „Secret Desire“ im me Collectors Room Berlin in Form einer paradiesisch anmutenden Installation. Wir konnten Danny nach der Show zum Interview treffen und durften auch vorher backstage bei den intensiven Vorbereitungen dabei sein.

Als Erkundungstour innerer Gelüste, von Träumen und Wünschen hat Danny im me Collectors Room seine ganz eigene Interpretation des Garten Eden offenbart. Im Zentrum der Installation stand ein Apfelbaum, eingerahmt von vereinzelten Rosenbüschen und Buchsbäumen. Seine Modelle verschmolzen geradezu mit der Szenerie.

Die Herbst/Winter-Kollektion umfasst zehn Looks, die sich in der Installation zu einem großen finalen Bild aus sportlichen und couturigen Elementen zusammensetzen. Highlight war neben viel rotem Samt ein bodenlanges Tüllkleid – beides zentrale Materialien, wie Danny hinterher gegenüber hannoverfashionweeks.com erklärte.

Die Grenzen zwischen Mann und Frau vermischen sich in seiner Kollektion für Herbst/Winter 2017 durch kantig geschnittene Anzüge und bewusst überzogene Schleifen. Perlenstickereien in Tierform erinnern an Paradiesvögel. Sie symbolisieren laut des 24-Jährigen den Drang nach dem Ort der unendlichen Seligkeit.

Besonders eindrucksvolle ist das Changieren mit Rottönen, das Danny im HFW-Interview als zentrales Element von „Secret Desire“ erläutert. „Rot ist die Farbe der Lust und gleichzeitig optisch besonders reizvoll. So ist man mit der Farbe auch schnell beim Konzept der Kollektion“.

Erste Ideen für kommende Arbeiten seien schon da, ergänzt der Fahmoda-Absolvent am Ende noch. So dürfen wir mit Blick auf das Label Danny Reinke noch einiges erwarten.

Fotos: Danny Reinke/PR

Labels

PB 0110


Keine Kommentare

Alles so friedlich hier. Keine Spur von der Hektik der Modebranche. Wind rauscht zaghaft durch hohe Baumwipfel. Der Blick streift vorbei an moderner Einfamilienhausarchitektur. Hier am Stadtrand gegenüber einer Friedhofskapelle hat Philipp Bree den Firmensitz seines jungen Labels PB 0110 untergebracht. Lager für die edlen Hand- und Reisetaschen, Shopper und Rucksäcke ist eine ehemalige Champignonfabrik unweit der Büros.

Philipp Bree schätzt die ruhige Atmosphäre hier. Sie hilft ihm auch, sich vom Trubel der Messen und Meetings in Paris, New York, Florenz, Hongkong, Berlin, Shanghai oder Los Angeles und den ganzen Reisen, die das mit sich bringt, etwas zu erholen. Hannover als Gegenpol zum nervösen Fashion Business.

Rund 70 Handelspartner hat PB 0110 bereits weltweit. Mit einem vierköpfigen Team im Start-up-Modus, zu dem auch Brees Ehefrau Vivica gehört, sowie externen Partnern für Marketing und PR werden führende Luxuskaufhäuser und Department Stores beliefert. Darunter Galerie Lafayette, Dipili Boutique, The Broken Arm, Soto Store, Project No. 9, Deuxième Classe, Matches Fashion, Ave oder Tomorrowland und neuerdings auch Andreas Murkudis im Bikini Berlin. Zusätzlich gibt es einen eigenen, dreisprachigen Online-Shop über den weltweit verschickt werden kann.

In Hannover führen Schlösser und Horstmann + Sander die im Oktober 2012 gegründete Marke. Bree war damals aus dem familieneigenen Unternehmen ausgestiegen, das er mit seinem Bruder Axel nach dem frühen Tod des Vaters, der BREE 1970 gegründet hatte, von 2001 bis 2011 führte.

Tilmann Habermas trifft Ayzit Bostan
Die erste PB 0110-Kollektion wurde im Januar 2013 in Paris und Berlin vorgestellt. Das Design hat Philipp Bree von Anfang in externe Hände gegeben. Neben der Münchner Künstlerin und Designerin Ayzit Bostan entwerfen auch Christine Ahrens und Christian Metzner für das Label. Devise: Minimalismus statt Opulenz und bitte keine Effekthascherei.

Produziert wird in ausgewählten, ausschließlich europäischen Manufakturen, die sich seit Generationen auf die Herstellung und Verarbeitung hochwertiger Materialen wie dem pflanzlich gegerbtem Naturleder verstehen. Dazu kommen hochwertiges Leinen und Beschläge aus Vollmessing.

Begleiter für die Ewigkeit
Neben der klassischen Vertriebsarbeit und Organisation, die ein Modeunternehmen mit sich bringt, nutzt Bree das Label auch für Nebenprojekte wie die Geliebten Objekte – eine wachsende Sammlung von persönlichen und ungewöhnlichen Designstücken. Hier schließt sich auch der Kreis zu Brees Firmenphilosohpie. Er glaubt an die Relevanz solcher Geliebter Objekte, an Dinge, die im alltäglichen Gebrauch eine Individualität entwickeln und mit der Zeit zu unverzichtbaren Begleitern werden.

Die Idee zu den Geliebten Objekten entstand bei der Lektüre von Tilmann Habermas‘ gleichnamiger psychoanalytischer Abhandlung. Habermas versucht hier aus vier Perspektiven die motivierenden Wirkungen von Dingen auf das Identitätsgefühl sowie Gegenstände als Teil der räumlichen Umwelt aufzuschlüsseln und diese als Medien und Symbole affektiver Beziehungen zu anderen zu analysieren.

Patina als Erinnerungsspeicher
Philipp Bree dient Habermas als Inspirationsarsenal für eine Art Theorie der Patina. Auch die Taschen von PB 0110 sollen zu Beloved Objects werden, in Würde und Schönheit altern und im Laufe der Jahr jede für sich einen einzigartigen Charakter entwickeln.

„Dieses Phänomen interessiert mich“, sagt er und nennt immer wieder eine Reisetasche, die sein Vater ihm vor 26 Jahren geschenkt hat. Das Thema der Tasche als persönliches Objekt mit Potential an Gebrauchs- und Erinnerungswert soll auch mit den externen Designern kontinuierlich weiter entwickelt werden. Das ein solcher, im Fast-Fashion-Zeitalter fast anachronistisch wirkender Ansatz auch den Absatz schmälern könnte, sorgt Philipp Bree nicht.

„Ich glaube an ein vielfältiges Konsumverhalten“, erklärt der zweifache Familienvater gegenüber hannoverfashionweeks.com. Über die Newcomer-Welle, auf der PB 0110 derzeit noch surft, macht er sich keine Illusionen. Wie nachhaltig das Label sich am internationalen Markt etablieren kann, wird sich erst in den nächsten Saisons zeigen. Am Anfang wollen alle immer erstmal dabei sein, das weiß Bree ganz genau.

Minimalismus in sieben Kollektionen
Die aktuelle, sechste Kollektion „Silver“ besticht durch präzise Details. Silberne Beschläge von Friederike Daumiller ermöglichen als Bindeglied eine neue Vielfalt sowohl für die neuen, als auch für die bereits bestehenden Modelle. Vier neue Farben ergänzen den Ausdruck der Kollektion – intensiv in Royal, Red oder leicht als Salmon und Light Tan.

Die Herrenkollektion ergänzt der Berliner Designer Christian Metzner um zwei neue Accessoires und eine neuen Rucksack. In der Damenkollektion zeigt Ayzit Bostan neue Volumenformen und Konstruktionen. Ebenso für Herbst/Winter 2016/17: Ein kleiner Beutel, eine Clutch, eine Tote Bag und eine große Handtasche verbinden sich in akzentuierter Form und entsprechenden Details.

Nach abstrakten Formensprachen und intensiven Farbtönen für Frühjahr und Sommer führt die folgende Kollektion AW 16 diesen starken Ausdruck in tiefen, eleganten Farben und Oberflächen fort – eine dichte Intensität aus monochrom matten Lederfarben und einem glänzenden Dunkelbraun, das in der natürlichen Lederfarbe Braun und einem glattem Finish subtil einen eleganten Look verleiht.

So kann es weiter gehen. Philipp Bree hat in gerade mal drei Jahren ein bewundernswertes, tragfähiges Fundament für sein eigenes Taschen- und Accessoire-Label geschaffen. Trotz aller Unwägbarkeiten des Marktes dürfte PB 0110 so noch eine spannende Unternehmensgeschichte bevor stehen. Wir bleiben dran!

Bilder: PB 0110, Vannessa Maas/Glampool, hannoverfashionweeks.com/Rüdiger Oberschür

Collections, Labels, Scene

„Darling, let’s be Adventurers“ – Franziska Füllgrafs Hommage an die Alpen und ein Label namens Oxymoron


Keine Kommentare

Franziska Füllgrafs Ready-to-wear-Kollektion „Darling, let’s be Adventurers” war eines der Highlights bei den Fashion Finals 2015. Seit Anfang des Jahres gehört die Kollektion von Franziskas frisch gegründetem Label Oxymoron nun zu einer von sieben Linien, die das Startup Bewusstsigner in seinen Online-Shop aufgenommen hat. Das Portal bietet Designern die Möglichkeit, ihre im Rahmen von Abschlussarbeiten entstandenen Kollektionen potenziellen Käufern vorzustellen und sie im Bestfall professionell produzieren und vermarkten zu lassen. Dabei will das Start-up eine ganzheitliche Infrastruktur zur Verfügung stellen, die bis zum Bedrucken der Hangtags reicht. Im Laufe des Februars wird  sich zeigen, ob genügend potentielle Käufer zusammenkommen, so dass sich die Produktion in entsprechend kleiner oder moderater Stückzahl lohnt. Auch im Falle von Oxymoron und „Darling, let’s be Adventurers“. Wir drücken kräftigst die Daumen und zeigen hier nochmal die ganze Bandbreite der Kollektion von den Skizzen bis zum Lookbook.  

Inspiriert von den Alpen und von der vom Aussterben bedrohten Wildkatze hat Franziska mit „Darling, let’s be adventurers“ tragbar sportliche und zugleich romantische Outfits in zarten Pastell- und Grautöne geschaffen. Das Außergewöhnliche sind nicht nur die individuellen Prints, die Motive von Bergkarten und Landschaften aufgreifen, sondern auch die raffinierten Schnitte. So zitiert Füllgraf das Auf und Ab der Bergketten etwa mit unterschiedlichen Lamellenformen und Cut-Outs in ihren Kreationen. „Mich fasziniert diese Willkür, dieses Auf und Ab“, so die 22-jährige Designerin. „Meine Kollektion richtet sich an abenteuerlustige Menschen, die ihre Kleidung nicht nur spüren, sondern auch erleben wollen.“ Back to basics, back to nature.

Mit diesem Ansatz begeisterte die Fahmoda-Absolventin Publikum wie Presse. Und die Jury des UVR Connected Fashion Awards, wo sie es 2015 bis ins Finale schaffte. Ihre  Hommage an die Alpen und die dort lebende Wildkatze, deren Eleganz und Geschmeidigkeit man auch in den einzelnen Looks nachfühlen können soll, hat auch uns ziemlich beeindruckt.

Oxymoron hat Fransziska ihr junges Label allerdings aus ganz anderen Gründen genannt. Oxymoron hieß auch ihre erste Kollektion an der Fahmoda. „Damals hab ich mich ursrprünglich von dem Film the ‚Shining‘ inspirieren lassen und von Krankheiten, wie Psychosen und Schizophrenie“, berichte die Designerin gegenüber hannoverfashionweeks.com. Außerdem passe der Titel zu all den Widersprüchlichkeiten und Verunsicherungen im Laufe des kreativen Prozesses bis zur Fertigstellung einer Kollektion oder nur eines einzelnen Teils, einer Skizze.

Fotos: Marian Lenhard, Victoria Storck, Tobias Brabanski, Natalia Löwen
Haare/Make-up: Polly Paulina
Illustrationen: Franziska Füllgraf

 

Collections, Labels

One Green Elephant: Streetwear aus Tokio mit deutscher Zentrale in Hannover


Keine Kommentare

Das ziemlich angesagte japanische Denim- und Streetwear-Label One Green Elephant (OGE) ist seit 2008 auf dem deutschen Markt präsent. Die Deutschland-Zentrale inklusive Lager ist in Giesen bei Hannover ansässig. In der Leine-Metropole betreibt das Label außerdem einen Store in der Ernst-August-Galerie. Wir zeigen hier deshalb mal die aktuelle Herbst-/Winterkollektion des Labels, ein paar Aufnahmen vom neuen Store-Design und einiges mehr. 

OGE-Deutschland-Chef Tarkan Salar durften wir schon auf der Premium im Sommer kennen lernen. Zusammen mit Kollegin Luisa Verfürth hatte er den Messestand des Labels im Kühlhaus während der Sommers-Ausgabe der Berliner Modemesse komplett mit Models bevölkert, die in den ziemlich heißen Teilen der Spring/Summer Collection für 2016 einfach so abhingen. Sehr sehenswert war das.

Ebenso die heißen Biker-Pants aus vier Millimeter dünnem Ziegenleder für nächsten Sommer. Leder und Leder-Optiken sind auch aktuell zentrale Themen von One Green Elephant. Neue Neue Färbetechniken erzeugen gewaschene Vintage-Optik, neue Qualitäten wie Lammnappa und Ziegenleder kommen mit leichtem Wachs-Finishing. Bei den Hosen gibt es erstmals „Viskose-Denims“ sowie Baumwoll/Modal-Qualitäten mit Powerstretch. Bei Denim stehen runtergewaschene Farben neben extrem gebleachten und überfärbten Indigos. Das war auch am Premium-Stand zu erleben.

Das Design der Marke ist generell von den Fashion-, Kunst- und Musikszenen der Weltmetropolen wie New York, Shanghai, London, Tokyo und Berlin inspiriert. Feine Details, kolorierte Muster und dekorative Accessoires sind charakteristisch für das Label. Mut zur Farbe wird dabei großgeschrieben, denn im Land der aufgehenden Sonne steht diese in engem Zusammenhang mit persönlichen Gemütszuständen.

Der Elefant steht für ausgefallene, aber straßentaugliche Kreationen, die gerne auch elegant daher kommen dürfen. Neben körperbetonten Schnittformen sorgen immer wieder Tüll, Ziersteine sowie Blumenapplikationen am Dekolleté für den femininen Charakter vieler OGE-Jerseykleider und Tops. Für die stilsicheren Herren darf es vor allem lässig sein, ergänzt mit Usedeffekten und Nieten an Oberteilen und Hosen.

Fotos: One Green Elephant, Rüdiger Oberschür/hannoverfashionweeks.com

 

Collections, Labels

BOOM Studio: Vom Mados Infekcija zur Capsule Collection bei New Skin und einer Show mit Balagans


Keine Kommentare

BOOM Studio waren die Eyecatcher beim Mados Infekcija 2015. Die litauische Presse zeigte sich begeistert vom Debut „Woman of the Forest“. Ebenso der Konzeptstore New Skin Image House in Vilnius, der BOOM mittlerweile ins Sortiment aufgenommen hat. Robin und Jing Jing, die kreativen Köpfe hinter dem explosiv klingenden Label, haben ihre Laufstegkollektion dafür auf eine vierteilige Capsule Collection reduziert, die seit Anfang Oktober nun bei New Skin geführt wird. Die Kollektion ist in Deutschland gefertigt und arbeitet mit den „Woman of the Forest“-Prints in exklusiven Baumwoll- und Seidenqualitäten. Teile der Kollektion gibt es auch bei einer hiesigen Modenschau am 14. November in Kooperation mit Balagans zu sehen. Doch die Kapsel ist längst nicht alles: Seit ihrem fulminanten Auftritt beim Mados Infectija haben BOOM an Fotostrecken und Kampagen gearbeitet, auch mit Stylistin Luisa Verfürth. Robin wie Jing Jing sind nach dem Bachelor an der HsH nach Bremen geganen – Robin für den Master, Jing Jing für ein Praktikum. Wir konnten die beiden für ein Interview gewinnen,  um die noch junge Geschichte von BOOM einmal zu reflektieren.

HFW: Wie ist es überhaupt zur Gründung von BOOM gekommen?

Robin Rau: Wir beide haben uns erst im vierten Semester richtig kennengelernt und arbeiteten zu der Zeit beide parallel an verschiedenen Kollektionen. Wir stellten fest, dass sich unsere Ideen und Interessengebiete sehr gut ergänzen und entschieden uns, das kommende Semester zusammen zu arbeiten. Als Team haben wir in dem Projekt ‚Nach neuem Trachten‘ eine experimentelle Couture-Kollektion entworfen, die sich explizit mit dem Sterben der Tracht auseinandersetzt. Die Kollektion wurde zum Höhepunkt des Projektes und ist seit dem nicht nur in Hannover und Bückeburg gezeigt worden, sondern auch zur Berlin Fashionweek und in Mailand.

Jing Jing Qi: Seit dieser Kollektion arbeiten wir Seite an Seite an Modenschauen und Kollektionen. Für unsere Bachelorarbeit entschieden wir uns noch, alles getrennt voneinander zu entwickeln. Der Austausch blieb aber bestehen, so dass wir zwei unterschiedliche Kollektionen entwickelten, die wir nach dem Bachelor unter BOOM Studio neu zusammenbrachten. Dieses Prinzip des getrennten Arbeitens und dem nachträglichen zusammenbringen wurde unser Manifest. Hier betonen wir auch unsere Nationalitäten, ich aus China und Robin aus Deutschland. Dieser kulturelle Clash macht BOOM aus.

HFW: Welche Bedeutung hatte das Mados Infekcija für Euch und das Label – jetzt mit einigem zeitlichen Abstand?

RR:  Das Festival und der Wettbewerb Mados Injection waren die Möglichkeit unser Debüt auf internationalem Parkett zu präsentieren. Wir hatten jegliche Freiheit für die Präsentation. Als junges Label ohne Finanzierung war dies eine großartige Chance sich zu positionieren. Soweit, das wir sogar für nächstes Jahr wieder eingeladen worden sind. Für uns bedeutet das: weitermachen, denn wir haben dort gemerkt das unser Experiment BOOM Studio geglückt ist. Wir arbeiten nun im klassisch saisonalen Rhythmus Frühjahr/Sommer, Herbst/Winter weiter.

HFW: Also arbeitet Ihr bereits an der ersten Frühjahr/Sommerkollektion? Was sind die nächsten Schritte?

JJQ: Ja, genau, an der ersten Sommerkollektion. Das heißt: getrennter Stoffeinkauf, gemeinsame Meetings und Anproben. Wir haben schon die Pre- Summer-Kollektion geshootet und nähen, nähen, nähen.

HFW: Ihr arbeitet bis zu einem gewissen Moment getrennt voneinander. Was würdet Ihr sagen, macht Eure Art zu designen sonst noch aus?

RR: Die ausgeglichene Arbeitsweise. Wir arbeiten konzentriert mit einer großen Portion Witz. Unsere Arbeitsweise ist sehr spontan und wird ständig optimiert. Zudem sind wir sehr ehrlich zueinander. Wir respektieren unsere Meinungen und loten sie gemeinsam aus. Wir vermuten, es ist der Spaß an der Mode und nicht der Ernst.

HFW: Was sind Eure Ziele für die nahe Zukunft?

JJQ: Wir arbeiten an unsere Internetseite mit Onlineshop, wo wir zukünftig direkt nach unserer Show Kollektionsteile verkaufen wollen. Natürlich stehen Modenschauen und Wettbewerbe an, um eine gute Art der Finanzierung für unser Label zu bekommen. Wir machen in jedem Fall weiter und wollen, je nachdem was passiert, bald auch auf Messen gehen.

HFW: Ihr seid beide HsH-Absolventen. Was würdet Ihr sagen, war das besondere an der Ausbildung hier in Hannover?

RR: Die Unterstützung und die tollen Projekte, welche uns ermöglicht haben das komplette Paket zu bekommen. Das bedeutet neben der klassischen Ausbildung zum Modedesigner mit Schnitt, Fertigung, Illustration und dem schöpferischen arbeiten zudem die Organisation von Modenschauen in interdisziplinären Teams, Buchveröffentlichungen und Ausstellungen kennenzulernen. Dieses Komplettpaket ist selten zu finden. Zudem kann man sich noch unabhängig und eigenständig entwickeln. Man sieht es ja jedes Jahr beim Modepreis- jeder Absolvent findet seine eigene Formsprache.

HFW: Ihr habt Euer Label hier in Hannover gegründet. Was bedeutet das für Euch? Empfindet Ihr hier bisher eine besondere Form von Unterstützung?

RR: Von der Hochschulseite und unseren ehemaligen Professoren erfahren wir viel Zustimmung und Hilfe. BOOM Studio war auch zum Modepreis 2015 im Schauraum Horizonte im tschechischen Pavillon zu finden. Jedoch arbeiten wir beide aktuell von Bremen aus.
 HFW: Jing Jing, Robin, vielen Dank für das Gespräch.

Fotos: BOOM Studio, Martin Prötter

Video: Mados Infekcija

Collections, Labels

Schwarze Romantik: Designerin Aleks Kurkowski


Keine Kommentare

Aleks Kurkowski ist die Queen of Blackwear. 2012 gründete die Designerin nach ihrem Abschluss an der HsH und ersten beruflichen Schritten in der Modeindustrie ihr eigenes Label. 2013 wurde der Firmensitz in Berlin etabliert und wird derzeit nach Düsseldorf verlegt. Zweimal hat das Label bereits auf der MBFWB gezeigt. Zuletzt die Kollektion „Romanticism & Reality“ für Herbst/Winter 2015/16. Thema: die Weltauffassung aus Sicht der Künstler der Romantik. Dabei stehen grobe Woll-Walkstoffe, schwere Baumwolle und Leder im Vordergrund. Als Kontrast viel transparenter Chiffon und feine Woll-Anzugstoffe. Die Schnitte sind weit und offen, mit strengen Details ausgeführt. Roh, progressiv, aber geradlinig ist der Look, den die deutsch-polnische Designerin präsentiert. Farben? Keine Chance. Schwarz gehört die Gunst der Stunde. Wir sprachen mit Aleks Kurkowski über ihren (nachhaltigen) Stil und fanden ein Label-Porträt in Interviewform dabei eine ziemlich gute Idee. 

HFW: Aleks,  warum ist Schwarz so schön?  

Aleks Kurkowski: Schwarz ist unkompliziert und bleibt dennoch immer interessant. Farbe hingegen wird sehr schnell langweilig. Deshalb werden jede Saison ja neue Farbtrends angeboten, weil sich der Kunde zu schnell satt sieht. Das ist nichts für mich. Nicht-Farben wie Schwarz oder Weiß sind unvergänglich und für mich ein Muss, wenn man zeitlose Kleidung schaffen will.

HFW: Deine Schnitte sind sehr geradlinig, vieles wirkt auf progressive Weise geometrisch kalkuliert. Man erkennt dabei oft Dein Interesse an Architektur und Mathematik, was Du beides mal studieren wolltest. Wo siehst Du bei diesen avantgardistischen Entwürfen Deine Zielgruppe?

A.K.: Meine Entwürfe sind nicht für jederman, sondern für eine bestimmte, eher kleine Zielgruppe. Da muss man sich natürlich mehr bemühen, diese zu finden und die richtigen Vertriebswege suchen. Meine Zielgruppe sind individuell denkende, designorientierte Frauen und Männer, die sich bewusst, avantgardistisch und urban kleiden möchten.

HFW: Nachhaltigkeit in der Produktion ist ein weiterer Schwerpunkt bei Dir. Was heißt das konkret?

A.K.: Jede meiner Kollektionen basiert auf natürlichen, ökologischen Materialien wie Bio-Wolle, Bio-Seide, Bio-Baumwolle, Bio-Leinen und pflanzlich gegerbtem Leder und wird ausschließlich in Deutschland und Polen, meinen Heimatländern produziert. Dem Konzept treu zu bleiben ist manchmal schwer, da man in Bezug auf Stoffe und Zutaten beim Thema Nachhaltigkeit mehr eingeschränkt ist und (noch) nicht die vielfältige Auswahl hat. Trotzdem funktioniert es sehr gut. Man muss sich vor allem das richtige Konzept zusammenlegen.

HFW: Klingt, als würde es ziemlich gut laufen. Wie geht es dem Label Aleks Kurkowski zurzeit? Wie sind die Feedbacks auf Deine aktuelle Herbst-/Winterkollektion, auch im Rückblick auf die Show auf der MBFWB im Januar?

A.K.: Die Show auf der MBFWB im Januar war sehr erfolgreich. Und im Allgemeinen entwickelt sich mein Label sehr gut, obwohl es immer noch in Kinderschuhen steckt und noch viel Arbeit bedarf.


HFW: Du hast an der HsH Modedesign studiert. Wie blickst Du heute auf Deine Studienzeit zurück? Welche Inhalte und Bestandteile waren elementar für Dich, wovon zehrst Du noch heute?

A.K.: Ich blicke positiv aber auch wehmütig zurück. Manchmal wünsche ich, ich hätte bereits im Studium versucht, eine gewisse Qualität und einen gewissen Stil zu verfolgen, der mir jetzt sehr wichtig ist. Es ist schwer zu sagen, welche Inhalte und Bestandteile elementar waren, da es ja immer irgendwie um die Summe dieser geht. Vor allem bringt das Studium im Allgemeinen die Persönlichkeit weiter und die eigene Entwicklung, die ich nicht missen möchte.

HFW: Du bist als fertige Designerin erst in die Industrie gegangen, bevor Du Dein eigenes Label gegründet hast? Würdest Du es wieder so machen?

A.K.: Definitiv! Man kann kein Unternehmen führen, wenn man noch nie in einem gearbeitet hat. Das ist meiner Ansicht nach ein Fehler, den viele machen. Eigenes Label klingt erstmal sehr kreativ und voller Spannung. In der Realität sind es zehn Prozent Kreativität und der Rest ist Management. Da muss man eine gewisse berufliche Erfahrung mit sich bringen, sonst scheitert man schnell. In der Industrie arbeitet man als Designer oft im Bereich des Design Managements. Eine bessere Ausbildung als learning by doing kann man gar nicht haben.

HFW: Du hast gerade erst beim Modepreis 2015 in der Jury gesessen. Was sind Deine Empfehlungen an junge Designer und Absolventen, die es als Young Profashional schaffen wollen?

A.K.: Ob sie in die Industrie, zu einem Designer oder in die Selbstständigkeit gehen wollen, Engagement und die Lernbereitschaft für zusätzliche Bereiche der Branche sind äußerst wichtig. Kreativität hat man so oder so, aber zusätzliche Skills wie den Überblick für das Große und Ganze sind von Vorteil, da im Grunde alles zusammenhängt. Vor allem gibt es ein gewisses Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit, die in jeder Branche gut ankommen.

HFW: Du ziehst mit Deinem Label ja gerade von Berlin nach Düsseldorf – zwei deutsche Modemetropolen.  In Hannover wird derweil gerade sehr stark darüber diskutiert, wie man Modedesigner in der Stadt halten und unterstützen kann, damit sie ihre eigenes Label hier in der Stadt gründen. Wie siehst Du das, könnte man auch an der Leine mit einem eigenen Label erfolgreich sein?

A.K.: Ich bin der Meinung, man kann überall Erfolg haben. Es geht nur um das richtige Konzept. Jedem Standort muss man sich anpassen. Für ein Modelabel gilt es sich zu überlegen, welche Vertriebswege man einschlagen will. Den direkten Verkauf oder den B2B-Verkauf, oder beides. Das hängt oft mit dem Produkt zusammen und der Zielgruppe. In Hannover kann ein Unternehmen mit Produkt A und dem Konzept des regionalen Verkaufs sehr gut funktionieren, weil es genau die Zielgruppe Hannover trifft. Ein Unternehmen mit Produkt B verkauft in Hannover nichts, ist aber dafür auf den nationalen oder internationalen B2B-Verkauf ausgelegt und damit ebenfalls erfolgreich. Beide können es von einem und demselben Standort aus machen. Zusätzlich kommt der immer stärker werdende Online-Vertrieb, der Standorte völlig gleichgültig macht.

HFW: Wie schwer oder leicht ist es Dir gefallen, profitable Vertriebswege aufzubauen? Denkst Du schon über einen eigenen E-Commerce nach?

A.K.: Teils leicht, teils schwer. Vieles muss man ausprobieren, um zu schauen, ob es für das eigene Produkt in Frage kommt. Vor allem muss man sehr flexibel bleiben und immer wieder revidieren. Den Online Verkauf halte ich für sehr sinnvoll. Ich hatte bereits letztes Jahr einen eigenen Online Shop, der überarbeitet wurde und jetzt wieder online ist. Mittlerweile ist ein eigener Online-Shop keine große Sache mehr, da man gute fertige Sofware Angebote erhält, mit denen es nicht schwer ist schnell und kostengünstig einen optimalen E-Commerce aufzubauen. Es ist ein erster Weg, um überhaupt auszuprobieren, ob das eigene Produkt auf dem Markt funktioniert. Allerdings muss auch das Marketing stimmen.

HFW: Aleks, vielen Dank für das Gespräch! 

Fotos: Pokaz Mody W Ramach/ Mercedes Benz Fashion Week Berlin A/W 2015, Gerhard Eckardt

Labels

Eric Wodegnal und sein Klamottending


Keine Kommentare

Seine Shirts tragen MC Fitti, Fettes Brot, Kraftklub-Frontmann Felix Brummer, Bonnie Strange oder Conchita Wurst. So oder so ähnlich  fangen die meisten Artikel über Eric Wodegnal und sein Label MTAS an. Der Spiegel nennt ihn den jüngsten Modedesigner Deutschlands.

An einem dieser ultraheißen Hochsommertage latschen wir zusammen durch die List und landen schließlich im Tulipano am Wedekindplatz. Espresso für mich, Filterkaffee für Eric. „Purer Filterkaffe ist das Beste“, schwärmt er und schon beginnt man dieser geschmacksverstärkten, überkaramellisierten Welt zu entkommen und in seine einzutauchen – irgendwo zwischen Schwarz, Weiß und Pink, coolen Statements, lässigen Schnitten und ordentlichen Tatoos. Die liebt Eric und fliegt am Abend sogar noch extra nach London, um sich bei Seven Door Tatoo ein paar neue stechen zu lassen.

Eigentlich hat er ein Problem damit, von Mode zu sprechen, wenn es um MTAS geht. „Mein Klamottending“ klingt auch viel besser. Trotzdem ist der 18-Jährige mit russischen Wurzeln im letzten Jahr von Salzgitter nach Hannover gezogen, um auf der Fahmoda seine Ausbildung als Modedesigner zu starten. Derzeit hat er allerdings ein Urlaubssemester an der renommierten Akademie genommen. Einfach zu viel um die Ohren mit MTAS. „Ich will aber auf jeden Fall zurück“, sagt er ohne Umwege. „Mir gefällt das Schulkonzept dort sehr“. Außerdem studiert Freundin Katharina Brüggemann, mit der er gerade in der Nordstadt zusammen gezogen ist, auch an der Fahmoda.

2012 gegründet hat MTAS derzeit zwei Kollektionen draußen. Die dritte folgt im September. Dazu gibt es schon ein paar Classics. Es sind T-Shirts und Pullover in Schwarzweiß mit Prints von filigranen Zeichnungen, meist gepaart mit humorvollen Sprüchen oder Statements gegen Homophobie. Einen Beutel mit dem Aufdruck „Halt die Fresse“ verschickt Eric mit Sticker und Konfetti. Für die Produktion arbeitet er mit einem Berliner Textilfabrikanten zusammen.

Den meisten Teilen liegt ein MTAS-Kärtchen mit der Aufschrift „Danke für Dein Geld“ bei. Auch eine Art von Customer Relation Management.  „Ich schneide alle Etiketten selbst aus, klebe sie zusammen und beschrifte sie und packe das Konfetti persönlich in jedes Paket“, erklärt Eric. So sei es unmöglich für ihn abzuheben.

Wenn irgendwann mal mehr Farbe in seine Kollektion kommen sollte, dann Pink. Ein Mann mit einer sportiven Armbanduhr samt pinkem Ziffernblatt kommt an uns vorbei und Eric ist sofort elektrisiert. „Die muss ich haben“, grinst er.

Seine erste MTAS-Linie heißt „Nobody ist happy“, die zweite einfach „Over Thinking“. Das passt zu ihm. Eric sprudelt nur so vor Einsprüchen, Querverweisen, spontanen Geschäftsideen und intelligenter Kritik. Eine klare Haltung darf man da aber nicht erwarten. „I’m a f**** walking paradox“ ist das Motto seines Twitter-Kanals. Rund 2.000 Follower hat er hier. Über 10.000 Likes dazu auf Facebook, 5.000 Abonnenten auf Instagram. „Mit Mode kannst Du im Prinzip mehr Leute erreichen als mit Musik“, sagt er einmal, während unseres Gesprächs vorm Tulipano.

Wie das alles so schnell gehen konnte mit MTAS, hat viel mit der Dynamik von Social Media zu tun. Eric kann das selbst alles kaum noch in eine nachvollziehbare Chronologie bringen. Außer dass Bonnie Strange ihm mal in Berlin um den Hals gefallen ist und seitdem sein Wolfgang-Shirt und das mit dem „No place for homophobia“-Schriftzug in ihrem Shit Shop geführt hat.

„Als Bonnie gesagt hat, das ist cool, das kommt in meinen Laden, war ich auf einmal angesagt“, erzählt Eric. Allerdings bringt ihm das bisher anscheinend eher Missachtung seitens Dandy Diary ein.  Nun, man kann nicht alles haben.

Jedenfalls sagt Eric sich seitdem immer häufiger: „Das passiert gerade alles nur, weil ich dieses Label habe“. Sein Klamottending hat ihn verdammt weit gebracht. Bämmm.Only the sky is the limit. Auch eine couturige Linie als Subbrand von MTAS kann er sich vorstellen. Da macht die baldige Wiederaufnahme des Studiums an der Fahmoda durchaus Sinn. Doch erstmal kommt die neue Kollektion im September.

Fotos: Tobias Koop/MTAS, HFW/Rüdiger Oberschür

Collections, Labels

Man nennt ihn schon Konfektions-King: Designer William Fan


Keine Kommentare

„Welcome Home“ und „Jade Garden“ heißen die beiden Kollektionen, die William Fan in gerade mal einem halben Jahr zum „Designer to watch“ gemacht haben. Der Weißensee-Meisterschüler mit deutsch-chinesischen Wurzeln hat sie beide auf der MBFWB gezeigt, zuvor für Alexander McQueen in London gearbeitet und sich 2014 für die Gründung seines eigenen Labels in Berlin entschieden. Geboren und  aufgewachsen ist der Designer allerdings in Hannover und hat sein Abitur 2006 an der IGS Garbsen gemacht. Mehr als ein Grund für ein HFW-Porträt also.

Herkunft und Heimat sind die Themen von William Fans ersten beiden Kollektionen. Sein Berlin-Debut im Januar „Welcome Home“ war eine Hommage an das digitale Zeitalter und die Frage nach dem Zuhause in Zeiten von Schnelligkeit und Mobilität. Eine Kollektion für Männer und Frauen, die inspiriert war durch die Spannung zwischen Zwei- und Dreidimensionalität und dem Retrofuturismus der 60er Jahre.

Mit 31 Looks und einer grünen Pflanzenwelt entführte Fan das Publikum während der Berliner Fashion Week auf die Straßen seiner zweiten Heimat Hongkong. Nach dem umjubelten Debüt im Januar waren die Erwartungen groß. Doch Fan überzeugt auf ganzer Linie.

Die Fachpresse nennt ihn bereits einen Konfektions-King und Wickel-Weltmeister. Taille, Hüften und Fesseln werden festgezurrt. Manche Kreationen erinnern an traditionelle Obis. Dazu immer wieder Reminiszenzen an Asien: Hemden mit Stehkragen, Troddeln, reiche Brokat-Stoffe, Jadeschmuck.

Die Kollektion  verbindet Erinnerungen an Reisen des Designers in die Metropole. In der Kollektion finden sich traditionelle asiatische Wurzeln sowie diverse Charaktere von den Straßen Hongkongs wieder, erklärt Fan. Klassische Materialien wie Schurwolle, Seide und Leinen werden ebenso verarbeitet wie reflektierende Stoffe und traditionelle chinesische Blumenmuster.

Neben Blusen, Kleidern, Hosenanzügen und Mantelkleidern ist das Highlight der Kollektion der Trenchcoat: oversized geschnitten überzeugt der Klassiker in futuristisch reflektierendem Stoff, natürlichem Leinen oder traditionellem, regenfesten Material. Die Farbpalette reicht von Weiß und Silber über Gelb, Khaki bis hin zu Violett. Die Basisfarbe bleibt Dunkelblau. Breite Gürtel, die entweder um Blusen aus gleichen Material gewickelt oder auch separat getragen werden, ergänzen den minimalistischen Look.

Dazu setzte Fan erstmalig, zusätzlich zu schwarzen Slippern und Schnürschuhen, Sneaker ein. Dazu kamen Accessoires wie runde Messingohrringe ein, die man wie ein Headset trägt.  Jadeschmuck bildete den krönenden Abschluss in Form von großen Ringen, die entweder im Haar eingebunden oder als Kette getragen werden können. Federn, die als Einstecktücher dienen.

„Ich habe es als Kind schon immer toll gefunden sich zu inszenieren. Mode war das perfekte Medium dafür.“, antwortet William auf  die Frage, ab wann ihm klar gewesen sei, dass er Mode machen wolle. Oft begleitete er Mutter und Schwester zum Einkaufen und kam so schon früh in Kontakt mit Farben, Stoffen und Silhouetten. „Meine Mutter hat mir das Nähen sehr früh beigebracht und seitdem war mein Drang nach selbst kreierter Kleidung groß“, erklärt der Designer gegenüber Hannover Fashion Weeks.

Zu seiner deutschen Heimatstadt hat William ein entspanntes Verhältnis. Seine Eltern wohnen noch in Osterwald. „Ein winzig kleines Dorf, 20 Kilometer  von der Stadt entfernt. Wenn ich aus meinem Kinderzimmer sah, gab es nur Wald, Kühe und Felder. Es war schön von soviel Natur umgeben zu sein.“ Die ersten Lebensjahre wohnte die Familie noch in einer Stadtwohnung in der List mit Blick auf die Eilenriede.

„Ich versuche aber so oft wie möglich es nach Hannover zu schaffen. An Weihnachten feiert unsereFamilie immer eine große Weihnachtsparty im Haus meiner Eltern und daher trifft man mich an Weihnachten auf jeden Fall in Hannover an.“, erklärt William, auch wenn die Selbstständigkeit in zeitlich voll einnehme.

Wir mussten natürlich noch fragen, warum er nicht auf eine der hiesigen Modeschulen gegangen ist. Darauf hat William allerdings auch eine sehr fundierte Antwort: „Ich wollte nach Abitur und Zivildienst ins Ausland. Für meine Kindheit und Jugend war Hannover eine tolle Basis. Mich zog es dann zum Bachelor nach Arnheim in den Niederlanden an die dortige Kunsthochschule. Mir war der Schwerpunkt auf Kunst und das interdisziplinäre Arbeiten wichtig.“ Deshalb hat er sich dann drei Jahre nach seinem Bachelor auch für den Master an der besonders interdisziplinär ausgerichteten Kunsthochschule Berlin Weißensee entschieden. Nun, müßig zu erwähnen, dass William Fan auch für uns zum „Designer to watch“ geworden ist.

Labels

Lady Gaga, LCF, YDA, Fahmoda: Silke Debler Accessories


Keine Kommentare

Silke Debler hat am London College of Fashion studiert und mit Auszeichnung abgeschlossen. Sie hat mit Vivienne Westwood gearbeitet, war von 2011 bis 2013 Dozentin an der Fahmoda und Design Director für die Luxusmarke Jill Stuart in New York. Dort hat die Designerin 2012 auch ihr eigenes Label Silke Debler Accessories gegründet, auf das nicht nur der Stylist von Lady Gaga abfährt. Während der Berlin Fashion Week war Silke auf der angesagten Modemesse Premium zu Gast – als Gewinnerin des Young Designers Award in der Kategorie Accessoires. 

Ihre Handschuhe setzen den Begriff Accessoire absolut, sind mehr Schmuck als funktionales Kleidungsstück. Lagy Gaga trägt ein Paar im Video „Born this way“. Ihr Stylist wurde auf die ausgefallenen SDA-Gloves über den Showroom The Runthrough aufmerksam. Seitdem trägt die Pop-Ikone auch mal bei einzelnen PR-Terminen SDA.

Neben den Handschuhen gibt es auch Taschen. Alle Stücke kombinieren klassische Formen mit luxuriösen Oberflächen und werden in kleinen ausgewählten Manufakturen in den USA und Italien gefertigt. Im Fokus hat die Label-Chefin dabei Ästhetik und Qualität auf höchstem Niveau. „I’m a realGerman perfectionist“, sagt sie einmal in ihrem aktuellen Brand-Video, das wir hier eingebunden haben. Ihre ausgewählten Accessoires wurden bereits von internationalen Boutiquen in New York, Tokio, Dubai und London ins Sortiment aufgenommen.

Nun steht die Heimat auf der Agenda. „Hier in Berlin auf der Premium den Young Designers Award zu gewinnen, freut mich wirklich sehr und hilft mir in meiner momentanen Situation enorm“, erklärt die frisch gebackene Mama gegenüber Hannover Fashion Weeks. Ihr allgegenwärtiger Assistent Dennis Hörtinger, noch Student auf der Fahmoda, nickt dazu ruhig mit dem Kopf.

So sollen nach dem erfolgreichen Start in Übersee nun auch in der gesamten DACH-Region Vertrieb und PR-Aktivitäten verstärkt voran getrieben werden. Dabei hilft der YDA enorm. Schon in der Sommerausgabe vom 8. bis 10. Juli war SDA mit einem Stand in Halle 8 in die Messe und das gesamte Marketing-Programm der Messe für Advanced Contemporary Fashion eingebunden. In der kommen  Saison ermöglicht die Premium es ihr, SDA auf B2C-Ebene zu präsentieren. Hierzu werden die Kollektionen exklusiv in den Schaufenstern der Galeries Lafayette Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

Fotos: Silke Debler Accessories, Premium Exhibitions, Rüdiger Oberschür
Video: Silke Debler Accessories