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Pachamama x Reprona


Zwei Kollektionen, die schon konzeptionell kaum verschiedener sein könnten: Bei der M3-Werkschau 2017 im Tanzhaus Hannover haben auch Magdalena Bode und Elisa Wilde ihre Abschlusskollektionen vorgestellt. Magdalenas Resort-Kollektion „Pachamama“ zeigte sich dabei als Streetwear für Jungs und Mädels auf Ferien, quasi. In der Kollektion gehe es laut der Designerin um die individuelle Auseinandersetzung mit dem Indigenen und Ursprünglichen in jedem von uns. All die Fragen um ökologische Kreisläufe und Katastrophen sollten dabei thematisch ebenso gestreift werden. Im Zentrum stehen Eco Fabrics aus Leinen, Baumwolle, Hanf und Seide.

Die Looks vereinen sommerliche wie winterliche Stücke. Perfekt zum Verreisen aus dem Kalten ins Warme oder anders herum. Cordhosen mit feinen Oberteilen, lange weite Kleider mit Jacke und Hut dazu, oder zum Beispiel kurze Hosen und dicke Pullover. Ziel der Kollektion sei es, die avantgardistischen Nonkonformisten mittels neu interpretierter Klassiker wie Jeans, Cord und beispielsweise Poloshirts, auf die indigenen Völker aufmerksam zu machen und damit ihr Bewusstsein für Nachhaltigkeit, Individualität und den Ursprung des Lebens, des großen Ganzen, alles Existierenden wach zu kitzeln, erklärt Magadela gegenüber hannoverfashionweeks.com.

„Pachamama“ gegenüber stellen wir hier Elisa Wildes „reprona“ gegenüber: Können wir die Leistung unseres Gehirns bald mit Hilfe von Implantaten künstlich optimieren? Oder werden wir unsere DNA wie ein Bausteinsystem zusammen setzten können? Wie lange wird es dauern bis die Grenze zwischen Mensch und Maschine vollends verwischt ist? Diese Fragen will die Designerin mit ihrem vom Sechseck geprägten, saisonunabhängigen DOB-Kollektion anreißen.

Das detailorientierte Design und die aufwendige Oberfächengestaltung seien von dem Gedanken inspiriert, das durch den Fortschritt in der Gen- und Neuroprothesenforschung so wie dem Drucken von Organen, der Mensch immer weiter künstlich optimiert werden kann, bis er am Ende mehr Mensch als Maschine ist, erklärt Elisa gegenüber hannoverfashionweeks.com

Das zentrale Merkmal der Kollektion ist das Sechseck, u.a. als Strickmuster. Unterteilt in sechs gleichschenklige Dreiecke dient das Sechseck als Vorlage für die Absteppungen auf Hosen, Rock und den Ärmeln eines Oberteils. Bei den Säumen und Ausschnitten wird es zum markanten Detail.

Der Dreiecksstoff mit seiner 3D-Haptik auf Rock und Oberteil wurde laut der M3-Absolventin in kleinteiliger Handarbeit aus 10.650 einzeln zugeschnittenen Dreiecken gefertigt. LED-Kabel und PVC-Folie bieten in Optik und Haptik den künstlichen Kontrast zu den übrigen Materialien. Das klinische, kalte Weiß der Forschung und Wissenschaft und das Nude, das den Menschen repräsentiert, sollen im Kontrast zum dunklen Blau stehen, das die utopischen Ideen charakterisiert, deren Verwirklichung noch in der Zukunft liege. Die figurbetonte Silhouette der Schnitte ermögliche die Bewegung der Oberflächen und lasse zu, dass der Dreiecksstoff am Körper ein Eigenleben entwickelt.

Fotos: Alex Linke, Sebastian Gerhard

 

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