Scene, Shows

Modepreis Hannover 2016 geht an Gesa Schröder und Yangchuan Weng – im Bereich Menswear und DOB räumen Thi Hien Nguyen und Anna Sophia Flemmer ab


Der Modepreis Hannover schloss in diesem Jahr zeitlich so nahtlos an die Fashion Week Berlin an, dass wir kurz überlegen mussten, ob wir noch im Kronprinzenpalais Unter den Linden oder doch schon im Design  Center an der Expo Plaza saßen. In zwei Shows zeigten 34 HsH-Absolventen 30 Kollektionen. Von der nur eine Handvoll Looks umfassenden Capsule bis zur ausgedehnten DOB- oder Streetwear-Kollektion. 

Sogar eine Lingerie-Linie war nach dem Tight-Laced-Erfolg 2015 mit Marie Jirasek Paolesque wieder zu sehen. Dazu standen Themen wie Nachhaltigkeit, etwa mit der voll kompostierbaren Kollektion Giant silk moth looks into your soul von Lisa Germies und Gender-Neutralität mit der wunderbaren minimalistischen DOB-Kollektion mit HAKA-Teilen Decora von Sabrina-Yvonne Hustede auf dem Programm. Ebenso haben die Trailer-Trash-Mädels Julia Eifler, Nane Anna Bohn und Anna-Lena Schwirk ihre Abschlusskollektionen Denn es gibt keine Heimkehr, Girlhood – Between soft and rough there is unapologetic und Animal Harm gezeigt.

Der Modepreis Hannover 2016 ging am Ende an Gesa Schröder und Yangchuan Weng (beide 25). Ihre experimentelle und dynamische Kollektion „1/2“ beeindruckte die Jury mit ihren raffinierten Details, ausgefallenen Prints und einer „vollendeten Gesamtsilhouette“.

Rainer Wilke von Dr. Klein Baufinanzierung überreichte den Gewinnerinnen den Scheck in Höhe von 3.000 Euro, die Goldene Schere erhielten die beiden aus den Händen des HsH-Präsidenten Josef von Helden.

Der in diesem Jahr zum ersten Mal verliehenen Preis für das beste DOB-Casual-Outfit, gestiftet von dem Cecil und dotiert mit 2.000 Euro, ging an die 26-jährige Anna Sophia Flemmer. Mit ihrer Kollektion „Same:Same“ erschuf die Designerin Mode für Sehende und Menschen mit Sehbehinderung – die Wendbarkeit und die Genderneutralität waren die Schlüsselbegriffe im Entstehungsprozess dieser Abschlussarbeit. Überreicht wurde der Preis von Katja Langhammer, Head of Design bei Cecil.

Den Preis für das beste Herrenoutfit in Höhe von 1.000 Euro, ausgelobt vom hannoverschen Herrenausstatter Lo&Go, erhielt die 29-jährige Thi Hien Nguyen. Sie überzeugte die Jury mit dem gesellschaftskritischen Aspekt ihrer Kollektion „Smombie“, in der sie sich mit der Abhängigkeit unserer Gesellschaft von Smartphones und mit den daraus resultierenden Folgen beschäftigte. Nebenbei sah das auch noch ziemlich angesagt aus und wir hätten gerne so einige Teile daraus in unserem Schrank – vor allem den weißen Mantel.

Den Publikumspreis der ersten Schau, eine Beautybox von Sante Naturkosmetik, gewann die Kollektion „Now – Wie lang ist die Zeit“ von Susanne Siebert (45). Den zweiten Publikumspreis – eine Nähmaschine und eine Overlock vom Nähmaschinencenter Hannover – bekam Barbara Daniel (28), für ihre Kollektion „Obviously Old“, die das Altern der Frauen in Materialien, Formen und Licht interpretierte.

Fotos: hannoverfashionweeks.com/Rüdiger Oberschür,  Patrick Slesiona/Hochschule Hannover

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