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Paula Grafenhorst: Von den Fashion Finals ins ELLE Editorial


Paula Grafenhorst hat in diesem Frühjahr das erste Mal als Model gearbeitet. Bei den Fashion Finals 2015 ist die 18-Jährige für Fatma Aslan und Lynn Bollmeyer gelaufen. Danach ging dann alles ganz schnell: Abitur an der Lutherschule, noch ein Editorial für uns mit Blue Studios und dann gleich auf die MBFWB im Juli, wo sie für Kilian Kerner, Hien Le und Marina Hoermanseder gelaufen ist. Darauf folgte schließlich eine ganze Fotostrecke von John Brömstrup für die ELLE Vietnam. Paula wird mittlerweile von der Hamburger Agentur Mirrrs vertreten. Im Interview erzählt sie uns, gerade mal ein halbes Jahr, nachdem alles angefangen hat, wie es soweit kommen konnte und wo sie ihre Zukunft sieht. 

HFW: Paula, wie und wann hast Du angefangen zu modeln?

Paula: Angefangen hat das eher durch einen Zufall, da ich mich aus Lust und Laune bei der Fahmoda für die Fashion Finals 2015 beworben hab. Und glücklicherweise angenommen wurde. Dort habe ich Pierre („HairRock“ Heineman, Anm. d. Red.) kennengelernt. Durch ihn bin ich dann irgendwann bei einer Modelagentur in Hamburg gelandet. Das war im Juni, als ich mich dort vorgestellt habe. Also alles in allem noch nicht lange her.

HFW: Du hattest während der MBFWB im Juli ein Shooting mit John Brömstrup für die ELLE Vietnam. Wie war das für ein High-Fashion-Magazin zu arbeiten?

Paula: Aufregend. Es war mein erstes richtiges Shooting für ein Magazin und die Kulisse im Dong Xuan Center, Berlins größtem Asia-Markt, war super. Die Ausgabe erschien ja leider nur in Vietnam, aber allein das Gefühl, dort in einer Zeitschrift zu sein, ist schon ziemlich cool!

HFW: Wirst Du auf die Bilder angesprochen? Bekommen das Leute hier in Deutschland oder Paris, wo Du gerade während der Fashion Week gearbeitet hast, überhaupt mit?

Paula: Angesprochen werde ich nicht direkt, weil irgendwer zufälligerweise die Fotos gesehen hat. Aber allein beim Teilen auf Facebook & Co ist es schön, so positives Feedback zu bekommen. Klar ist man dann auch stolz darauf.

HFW: Du bist in Berlin schon für Hien Le, Senkrechtstarterin Marine Hoermanseder und Kilian Kerner gelaufen – was steht als nächstes an, welche Reaktionen auf Deine Modelarbeit bekommst Du derzeit?

Paula: Ja, das war unglaublich aufregend. Ich war zuletzt in Paris und hatte dort bei der Fashion Week einige Jobs bekommen. Das ist natürlich nochmal eine andere Nummer und fühlt sich in Nachhinein etwas surreal an. Ich bin total froh, dort überhaupt Jobs bekommen zu haben und die Erfahrung machen zu dürfen. Die Reaktionen sind gut, aber natürlich ist hier die Konkurrenz wesentlich stärker. Ich lass mich überraschen, was noch kommt. Da ich zurzeit mit meinem Freund reise, verbinde ich das Ganze mit dem Modeln. Unser nächstes Ziel ist England und vielleicht ergibt sich dort ja auch etwas.

HFW: Gerade hast Du im Showroom von Carven in Paris während der PFW gearbeitet: Gibt es Labels oder Designer für die Du gerne mal laufen oder vor der Kamera stehen würdest? Und wie war es bei Carven?

Paula: Carven war schon ziemlich spannend. Aber auch etwas merkwürdig, so als lebende Kleiderpuppe eine Kollektion für Kunden aus aller Welt zu präsentieren. Ich war unter anderem beim Casting für Dior, da wäre ich sehr gerne gelaufen! Ehrlich gesagt kenne ich mich aber noch nicht wirklich in der Modeszene aus. Einerseits ist es wirklich spannend, andererseits aber auch eine ziemlich skurrile Welt. Ich muss sagen, dass ich mir bis jetzt nie Gedanken drüber gemacht habe, für wen oder was ich sonst gerne laufen oder arbeiten würde. Das ist alles noch so neu und ich nehme momentan natürlich jede Möglichkeit gerne mit, die sich mir bietet.

HFW: Was bekommst Du so von der Modeszene hier in Hannover mit? Kennst Du Designer oder Labels aus der Stadt oder hast vielleicht sogar schon mit welchen zusammengearbeitet?

Paula: Wirklich viel bekomme ich ehrlich gesagt nicht mit. Dafür bin ich viel zu wenig in dieser Welt verankert. Klar, nach den Fashion Finals habe ich mich schon sehr dafür interessiert, was aus den Jungdesignern so geworden ist oder was ihre Pläne sind. Aber zusammengearbeitet habe ich außer dort noch nie mit Designern aus Hannover. Ich bin beeindruckt, was manche Leute aus Stofffetzen zaubern können. Meine Mama hat früher selber Textildesign studiert, man kann also nicht behaupten, dass ich nicht angetan von schönen Stoffen wäre. Aber vom Modeverständnis blieb es dann dabei, alle paar Sonntage bei der Faust zu stöbern und mir die gebrauchten Hosen rauszusuchen, die mir eben einfach gefallen. Egal ob H&M, Mustang oder Levi’s. Und dabei wird es wohl auch bleiben.

HFW: Was ist Dein ganz persönlicher Model-Traum?

Paula: Den habe ich nicht. Dafür ist das Ganze zu wenig mein richtiger Berufswunsch. Im Gegenteil. Ich habe viel Stress gehabt während den Fashion Weeks in Berlin und Paris und gemerkt, wie mein Körper und meine Laune darunter litten. Das ist definitiv nicht mein Lebensziel. Ich will etwas Kreatives tun und nicht nur auf mein Äußeres reduziert werden. Doch klar, die Erfahrungen die ich gemacht habe und während meiner Reise noch machen werde, die möchte ich mir nicht nehmen lassen. Ich habe super Bilder bekommen, habe unglaublich viele Leute kennen lernen dürfen und stehe ja auch noch sehr weit am Anfang dieses Business. Ich bin stolz darauf und weiß trotzdem, wo ich später im Leben hin möchte. Und das wird kein Laufsteg sein.

HFW: Paula, wir bedanken uns sehr für das Gespräch. 

Fotos: Blue Studios, Pierre Heinemann

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