Collections, Labels

Man nennt ihn schon Konfektions-King: Designer William Fan


„Welcome Home“ und „Jade Garden“ heißen die beiden Kollektionen, die William Fan in gerade mal einem halben Jahr zum „Designer to watch“ gemacht haben. Der Weißensee-Meisterschüler mit deutsch-chinesischen Wurzeln hat sie beide auf der MBFWB gezeigt, zuvor für Alexander McQueen in London gearbeitet und sich 2014 für die Gründung seines eigenen Labels in Berlin entschieden. Geboren und  aufgewachsen ist der Designer allerdings in Hannover und hat sein Abitur 2006 an der IGS Garbsen gemacht. Mehr als ein Grund für ein HFW-Porträt also.

Herkunft und Heimat sind die Themen von William Fans ersten beiden Kollektionen. Sein Berlin-Debut im Januar „Welcome Home“ war eine Hommage an das digitale Zeitalter und die Frage nach dem Zuhause in Zeiten von Schnelligkeit und Mobilität. Eine Kollektion für Männer und Frauen, die inspiriert war durch die Spannung zwischen Zwei- und Dreidimensionalität und dem Retrofuturismus der 60er Jahre.

Mit 31 Looks und einer grünen Pflanzenwelt entführte Fan das Publikum während der Berliner Fashion Week auf die Straßen seiner zweiten Heimat Hongkong. Nach dem umjubelten Debüt im Januar waren die Erwartungen groß. Doch Fan überzeugt auf ganzer Linie.

Die Fachpresse nennt ihn bereits einen Konfektions-King und Wickel-Weltmeister. Taille, Hüften und Fesseln werden festgezurrt. Manche Kreationen erinnern an traditionelle Obis. Dazu immer wieder Reminiszenzen an Asien: Hemden mit Stehkragen, Troddeln, reiche Brokat-Stoffe, Jadeschmuck.

Die Kollektion  verbindet Erinnerungen an Reisen des Designers in die Metropole. In der Kollektion finden sich traditionelle asiatische Wurzeln sowie diverse Charaktere von den Straßen Hongkongs wieder, erklärt Fan. Klassische Materialien wie Schurwolle, Seide und Leinen werden ebenso verarbeitet wie reflektierende Stoffe und traditionelle chinesische Blumenmuster.

Neben Blusen, Kleidern, Hosenanzügen und Mantelkleidern ist das Highlight der Kollektion der Trenchcoat: oversized geschnitten überzeugt der Klassiker in futuristisch reflektierendem Stoff, natürlichem Leinen oder traditionellem, regenfesten Material. Die Farbpalette reicht von Weiß und Silber über Gelb, Khaki bis hin zu Violett. Die Basisfarbe bleibt Dunkelblau. Breite Gürtel, die entweder um Blusen aus gleichen Material gewickelt oder auch separat getragen werden, ergänzen den minimalistischen Look.

Dazu setzte Fan erstmalig, zusätzlich zu schwarzen Slippern und Schnürschuhen, Sneaker ein. Dazu kamen Accessoires wie runde Messingohrringe ein, die man wie ein Headset trägt.  Jadeschmuck bildete den krönenden Abschluss in Form von großen Ringen, die entweder im Haar eingebunden oder als Kette getragen werden können. Federn, die als Einstecktücher dienen.

„Ich habe es als Kind schon immer toll gefunden sich zu inszenieren. Mode war das perfekte Medium dafür.“, antwortet William auf  die Frage, ab wann ihm klar gewesen sei, dass er Mode machen wolle. Oft begleitete er Mutter und Schwester zum Einkaufen und kam so schon früh in Kontakt mit Farben, Stoffen und Silhouetten. „Meine Mutter hat mir das Nähen sehr früh beigebracht und seitdem war mein Drang nach selbst kreierter Kleidung groß“, erklärt der Designer gegenüber Hannover Fashion Weeks.

Zu seiner deutschen Heimatstadt hat William ein entspanntes Verhältnis. Seine Eltern wohnen noch in Osterwald. „Ein winzig kleines Dorf, 20 Kilometer  von der Stadt entfernt. Wenn ich aus meinem Kinderzimmer sah, gab es nur Wald, Kühe und Felder. Es war schön von soviel Natur umgeben zu sein.“ Die ersten Lebensjahre wohnte die Familie noch in einer Stadtwohnung in der List mit Blick auf die Eilenriede.

„Ich versuche aber so oft wie möglich es nach Hannover zu schaffen. An Weihnachten feiert unsereFamilie immer eine große Weihnachtsparty im Haus meiner Eltern und daher trifft man mich an Weihnachten auf jeden Fall in Hannover an.“, erklärt William, auch wenn die Selbstständigkeit in zeitlich voll einnehme.

Wir mussten natürlich noch fragen, warum er nicht auf eine der hiesigen Modeschulen gegangen ist. Darauf hat William allerdings auch eine sehr fundierte Antwort: „Ich wollte nach Abitur und Zivildienst ins Ausland. Für meine Kindheit und Jugend war Hannover eine tolle Basis. Mich zog es dann zum Bachelor nach Arnheim in den Niederlanden an die dortige Kunsthochschule. Mir war der Schwerpunkt auf Kunst und das interdisziplinäre Arbeiten wichtig.“ Deshalb hat er sich dann drei Jahre nach seinem Bachelor auch für den Master an der besonders interdisziplinär ausgerichteten Kunsthochschule Berlin Weißensee entschieden. Nun, müßig zu erwähnen, dass William Fan auch für uns zum „Designer to watch“ geworden ist.

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