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Boom gewinnen bei Mados Infekcija


Robin Rau und Jing Jing Qui haben mit der Herbst-/Winterkollektion 2015 ihres jungen Labels Boom den Nachwuchspreis des Fashion-Festivals Mados Infekcija in Litauens Hauptstadt Vilnius gewonnen. Mit fünf Outfits aus der „Woman of the Forest“ betitelten Kollektion haben die beiden Absolventen des Modedesign-Studiengangs der Hochschule Hannover den Sprung ins Finale geschafft und gehören zu den fünf Labeln des Festival-Wettbewerbs, die Ende März nochmal in einer Extended Version auf dem Catwalk präsentieren dürfen.

Das Förderprogramm von Mados Infectia ermöglicht ihnen erstmal, weiter an der Kollektion zu arbeiten und einzelne Teile noch zu verfeinern. Eingeladen waren 15 ausgewählte Kollektionen. „Woman of the Forest“ ist zudem die gemeinsame Bachelor-Arbeit von Robin und Jing an der HsH.

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Strahlende Designer: Jing Jing Qui und Robin Rau beim Mados Infekcija in Vilnius.

„Wir freuen uns schon fast ein teil der Tradition zu sein“, erklärt Robin gegenüber HFW. Denn vor Boom hatten 2013/14 bereits HSH-Studenten beim Mados Infekcija gewonnen: das Denim-Couture-Label Balagans und das bereits 2006 von Astrid Großer und Gerti Heinrich gegründete Womenswear-Label Großer Heinrich.

Für ihre „Woman of the Forest“ haben die beiden Designer von der HSH eine fiktive Frauengesellschaft entwickelt, die irgendwo zwischen Märchen, Mythologie und Gegenwart in den Wäldern eine gleichgeschlechtliche Hochzeit feiert.

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Ihre fantastische Frauengesellschaft scheint alles an sich gerafft zu haben, um sich stilvoll und einzigartig zu kleiden. Menswear-Silhouetten erzählen von Emanzipation. Seidenanzüge und Fellmäntel von femininer Kraft und Schönheit.

Europäische Schnitttechnik trifft dabei auf asiatische Muster und eine Vielzahl von Materialien unterschiedlichster Qualitäten: Wolle und Seide auf der einen Seite, High-Tech-Stoffe von Jakob Schlaepfer auf der anderen. Ausschließlich gebrauchte Pelze werden aufwendigen Up-Cycling-Prozessen unterworfen und schließlich zu Capes, Mänteln oder Intarsien.

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Das Farbspektrum reicht dabei von Variationen in Schwarz über helle Töne bis zu metallischem Orange und Pink. Stickereien. Im Zentrum steht ein trägerloses Brautkleid, dessen Schleier wie ein Impuls für die weiteren Kopfbedeckungen der „Women of the Forest“ wirkt.

Zwischen Altar und Dickicht, Natur und Couture, Gegenwart und Vergangenheit – das ebenso abstrakte wie spannungsvolle Inspirationsfeld dürfte beiden genügend Raum für diverse Weiterentwicklungen der Kollektion bieten. #HFW wünscht in jedem Fall viel Glück bei der Endausscheidung von Mados Infekcija im März. Mehr zum Label Boom gibt es hier…

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